Vergleich der Woche

Jede Woche ein Beispiel dafür, wie ein anderer Maßstab dasselbe Urteil kippt. Die Serie erscheint zuerst auf LinkedIn und wird hier dauerhaft archiviert.

AfD minus zwei Punkte, oder nur Rauschen?

Folge 6 · 17. Juli 2026

Eine Umfrage titelt „AfD minus zwei Punkte“, doch vier andere Institute messen zeitgleich 26, 27, 27 und 28 Prozent für dieselbe Partei. Gemessen wurden nicht 60 Millionen Wählerinnen und Wähler, sondern zwei Stichproben von je rund 1.000 bis 2.500 Befragten, mit einer Fehlermarge von zwei bis drei Prozentpunkten. Eine gemeldete Veränderung von zwei Punkten liegt damit vollständig innerhalb dieser Spanne, kaum von echtem Stillstand zu unterscheiden. Die bessere Frage vor jeder Schlagzeile: Ist die Veränderung größer als die Fehlermarge, oder berichten wir über den Zufall?

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„KI vernichtet Jobs“, oder wächst die Beschäftigung gerade dort am stärksten?

Folge 5 · 10. Juli 2026

Eine PwC-Auswertung von über einer Milliarde Stellenanzeigen zeigt: Bei den am stärksten KI-exponierten Unternehmen wuchs die Beschäftigung um 52 Prozent, bei den am wenigsten exponierten nur um 36. Was fehlt, ist die Blickrichtung. Der Befund entkräftet „KI killt Jobs“, belegt aber nicht das Spiegelbild „KI rettet Jobs“, denn wachsende Unternehmen setzen ohnehin früher auf KI. Die bessere Frage: Wächst die Beschäftigung wegen der KI, oder setzen wachsende Unternehmen einfach früher auf sie?

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13,3 Millionen gehen bis 2040 in Rente, kollabiert der Arbeitsmarkt?

Folge 4 · 3. Juli 2026

13,3 Millionen Erwerbspersonen erreichen bis 2040 das gesetzliche Rentenalter, klingt als verschwände ein Drittel der Arbeitskräfte fast über Nacht. Tatsächlich verteilt sich das auf 15 Jahre, macht rund 890.000 pro Jahr, und ist zudem nur eine Brutto-Zahl: Ältere arbeiten länger, Jüngere und Zugewanderte rücken nach. Die bessere Frage lautet nicht „wie viele gehen“, sondern „wie viele fehlen netto pro Jahr“, nachdem längeres Arbeiten, Zuwanderung und Nachrücker gegengerechnet sind.

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95.100 neue Stellen im öffentlichen Dienst, Wucherung oder 1,8 Prozent?

Folge 3 · 25. Juni 2026

95.100 neue Stellen im öffentlichen Dienst klingen nach Behördenwucherung. Bezogen auf rund 5,5 Millionen Beschäftigte sind es 1,8 Prozent, der Anteil am gesamten Arbeitsmarkt bleibt bei etwa 12 Prozent. Eine Absolutzahl ohne Nenner kann jede Veränderung dramatisch aussehen lassen, erst der Anteil zeigt, ob etwas wuchert oder einfach mitwächst. Die bessere Frage lautet nicht „wie viele mehr“, sondern „wie viel Prozent, und wo“, denn der Zuwachs steckt fast vollständig in Schulen, Kitas und Hochschulen.

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Folge 02

wird nachgereicht

Diese Folge ist ausgefallen und wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Die Zählung bleibt dafür an dieser Stelle bewusst stehen.

332.500 Einbürgerungen, Rekord oder nur ein größerer Topf?

Folge 1 · 13. Juni 2026

332.500 Einbürgerungen 2025 sind der höchste Stand seit Beginn der Statistik im Jahr 2000, meldet Destatis. Was fehlt, ist die Referenzklasse: Wie viele Einbürgerungsberechtigte gibt es überhaupt, und wie stark ist diese Gruppe seit 2015 gewachsen? Ein absoluter Rekord misst dann oft nur, dass der Topf größer wurde, aus dem eingebürgert wird. Die bessere Frage: Wie hoch ist die Einbürgerungsquote je 100 Berechtigte, denn erst dieser Anteil zeigt, ob wirklich mehr Menschen den Schritt gehen.

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